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Auf unsere Geschichte sind wir stolz. 816 Jahre nach der ersten bekannten urkundlichen Erwähnung Berrendorf-Wüllenraths gründeten am 11.10.1924 fünfzehn Karnevalisten die K. G. „Narrenzunft“. Dies geschah in der nicht mehr existierenden Gaststätte „Jägerhof“, die an der heutigen Kerpener Straße lag. Der Name „Narrenzunft“ geht auf das Gründungsmitglied Peter Groll zurück, der als erster Präsident und Vorsitzender in die Geschichte der Gesellschaft eingegangen ist. Aus den ersten Jahren des Bestehens liegen leider keine weiteren Aufzeichnungen vor. 1949 dann war Anton Turin Obernarr, der die „Narrenzunft“ steil nach oben führte. So gründete sich 1950 eine Funkengarde, die mit Funkenmariechen, Funkenoffizier und „gemeinen“ Funken fester Bestandteil der Gesellschaft wurde. Im gleichen Jahr besuchte die KG, wie die Gesellschaft seit je her kurz genannt wird, erstmals den damals einzigen Kindergarten, um dem hoffnungsvollen Nachwuchs mit Süßigkeiten und Spielgeräten eine Freude zu bereiten. Damals wurden die Kinder von Ordensschwestern betreut, die sich über den Besuch so sehr freuten, dass sie eigenhändig für die erste Standarte der „Narrenzunft“ sorgten. Aus einem Kindergarten sind mittlerweile drei geworden, aber die Tradition des Besuchs und die Versorgung mit ausreichend Süßigkeiten ist bis zum heutigen Tag geblieben. Es sind sogar die Schulen und einige andere Stellen, die ganz einfach zum Ort und zum Karneval gehören, hinzugekommen. 1956 führten wir die Doppelspitze ein. Dabei war der Präsident für die Repräsentation zuständig, der Vorsitzende sorgte für die Ordnung und das Geschäftliche. Die Sitzungen dieser Zeit im Saal Bönsch sind legendär. 1959 richtete die „Narrenzunft“ anlässlich ihrer 35-jährigen Bestehens ein Sommerfest aus. 120 Mitglieder zählte die Gesellschaft zu jener Zeit. Standesgemäß gehörten Festhochamt, Festkommers und großer Umzug durch den Ort zu den Feierlichkeiten. Als besonders ereignisreiches Jahr gilt 1961. Mit Unterstützung der Ortsvereine gelang es endlich wieder, einen richtigen Karnevalszug mit 16 Wagen durch den Ort ziehen zu lassen. Es gründete sich das Fanfarencorps, welches für viele Jahre aus dem Leben der Gesellschaft nicht mehr wegzudenken war. Und es gab ein Novum: Heute suchen wir nach Tollitäten, 1961 musste der Knobelbecher entscheiden. Der Würfel fiel für Otto Schlang, der das närrische Zepter schwingen wollte. Traditionell veranstalteten wir Jahre lang an Weiberfastnacht ein Biwak auf dem Dorfplatz. Das Biwak gibt es heute noch, jedoch seit der Session 1986/87 als Saalbiwak in unserem heutigen Vereinslokal, der Gaststätte Schüller. Im Jahre 1990 besuchen wir erstmals die „Schwarzen Mutter Gottes“ in Köln, die seit dem in jedem Jahr um gutes Wetter für den Karnevalszug gebeten wird. Im gleichen Jahr wurde ebenso erstmal eine kölsche Messe in unserer Pfarrkirche zelebriert. Und eine dritte Neuigkeit gab es erstmals 1990 – und gibt es heute immer noch: Sechs- bis achtjährige Mädchen traten als „Wibbelstätze“ auf. Heute sind aus den kleinen Mädchen die nette Mädcher der Showtanzgruppe „Wibbelstätze“ geworden, deren Auftritte Jahr für Jahr für Begeisterung nicht nur in Berrendorf sorgen. 1999 feierten wir unser 75-jähriges Bestehen. Sogar die Bläck Fööss traten auf, und der Schirmherr Wolfgang Schulz, Leiter des Tagebaus Hambach, hielt eine Laudatio, die Ihresgleichen sucht. Premiere feierte auch der gemeinsam mit der kfd veranstaltete karnevalistische Frühschoppen, der seitdem zu einer festen Veranstaltung mit sehr hohem Beliebtheitsgrad bei allen Karnevalisten und Gesellschaften im Umland geworden ist. Damals noch skeptisch als Versuchsballon gestartet, ist er heute eine feste Größe im Karneval. Es gäbe noch so Vieles zu erzählen über die nun 84-jährige K. G. „Narrenzunft“- erwähnt seien nur die ganzen Prinzen, Bauern, Jungfrauen, Prinzessinnen, Kinderdreigestirne – alle aufzuzählen würde den Rahmen sprengen. Nicht unerwähnt soll jedoch bleiben, dass sie es waren, die als Repräsentanten und Oberjecken mit viel Engagement für den richtigen Rahmen in unserem Ort und weit darüber hinaus gesorgt haben. Hier soll einstweilen Schluss sein mit unserer Kurzchronik. Jedoch sei gesagt: Die ein oder andere Begebenheit oder eines der unzähligen Anekdötchen unserer langen Geschichte hört man an den Theken der hiesigen Lokale und bei den vielen Veranstaltungen in unserem Ort immer wieder. |